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Orang-Utans im Rauch

Orang-Utans im Rauch

Orang-Utans im Rauch
 
Hier einige Bilder, die die furchtbare Situation heute an unserem Sintang Orang-Utan Center zeigen. Es ist kein Nebel, sondern Rauch von den vielen Feuern. Kaum vorstellbar, dass weiter im Landesinneren der Rauch zweimal so dicht ist!

 

Oben links der Sozialisierungskäfig der Orang-Utan Babies, oben unser Büro und hier links ein Blick auf die Strasse vor dem Büro.
Überall macht der alles durchdringende Rauch alles und jedes schmutzig und gelblich. Die Sonne haben wir schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Der Rauch dämpft auch die Geräusche und die unnatürliche Stille scheint ein Disaster anzukündigen. Die Menschen sind weniger aktiv, die Schulen geschlossen, Orang-Utans aus allen Teilen Kalimantans kommen hier an. Die Mütter können nicht genug Früchte finden, es gibt nicht einmal mehr frische Blätter. Einige der Orang-Utans, wie man heute in der Zeitung lesen konnte, kamen aus dem Wald und aßen Durians von den Bäumen, die den Menschen vor Ort gehören. Die Menschen sind ebenso verzweifelt und haben die Orang-Utans getötet. Manchmal recht brutal mit mehreren Schüssen, zuerst in die Augen und dann solange, bis die Orang-Utans zusammenbrachen…


Die Neuigkeiten über die Konfiszierungen von gefangene Wildtieren erreicht die Menschen. Ein paar Tage zuvor kam der Kleine, der noch keinen Namen hat, an unserem Center an. Nicht konfisziert. Der Jäger, der seine Mutter tötete bekam es mit der Angst zu tun und gab den Kleinen an eine Person im Dorf Sokan nahe Sanggau, ein paar Stunden 
von Sintang entfernt. Doch dieser bekam auch Angst und entschloss sich, den Orang-Utan an das Forstministerium auszuhändigen, bevor man ihn fassen konnte! Dem Kleinen geht es nicht besonders gut und er schläft viel. Wir möchten ihn Victor nennen nach unserem Tierarzt und auch nach der Victoria Shanghai Academy, die das neue Rettungsfahrzeug für das SOC gesponsert hatte. Mit diesem Fahrzeug konnten wir den ganzen Weg zum Dorf fahren und den Kleinen ins SOC bringen. Er ist sehr schwach, nachdem er und seine Mutter im Wald nicht mehr genügend Futter fanden, dann bekam er vermutlich das falsche Futter von den Menschen, die ihn illegal hielten. Zudem hat er vermutlich auch alle möglichen Parasiten. Und es ist wie bei den Menschen, die Schwächsten sind diejenigen, die durch den giftigen Rauch am meisten leiden. 

Alle Orang-Utans in unserer Obsorge sind viel weniger aktiv und husten viel und sie verbringen viel mehr Zeit mit Schlafen Die kleine Mona, hier im Bild links, ist durch den Rauch auch weniger aktiv und das Atmen macht ihr Mühe. Mona scheint erschöpft zu sein und ging nicht einmal in ihr Nest aus Blättern. Glücklicherweise haben die Orang-Utans genügend Instinkt, sich zumindest mit zweien ihrer vier Pfoten festzuhalten, auch wenn sie schlafen!
 
In dem Moment, in dem ich dieses Update schreibe, sind Victor und Nurdiana von unserem Team wieder draußen, um mit dem neuen Auto weitere Orang-Utans zu retten. Es geht zu einem Dorf namens Nanga Kelapan. Nach unserer Information gibt es dort 5 Orang-Utans, die aus dem Wald kamen und man sagt einer von ihnen sei ziemlich groß. Bevor sie die wenigen verbliebenen Bäume der Menschen zerstören, müssen wir sie retten. Und zwar bevor die Menschen beginnen ihre Lebensgrundlage recht heftig zu verteidigen, was unweigerlich dazu führen wird, dass es noch mehr Opfer gibt.
 
El Nino gewinnt immer mehr an Stärke und das bedeutet, dass dies das schlimmste Brennen der Wälder aller Zeiten sein wird. Die Heimat der Orang-Utans brennt. Sie benötigen dringend unsere Hilfe, jetzt mehr den je. Wenn Sie helfen können… dann bitte helfen Sie…
 
Willie Smits
24-10-2015