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Der Kampf der Seberuang-Dayak von West-Kalimantan um ihren Wald

Der Kampf der Seberuang-Dayak von West-Kalimantan um ihren Wald

Der Kampf der Seberuang Dayak von West-Kalimantan um den Wald
 
von Dr. Willie Smits 


 
 
 
Ein kleines Dayak-Dorf kämpft mutig gegen die übermächtigen Palmöl-Gesellschaften, die es umringen. Sogar der Held der Geschichte, ein kleiner Mann namens Antonius Lambung erinnert mich an den mutigen und klugen Asterix in dem berühmten Comic, außer, dass das, was gerade eben hier in West-Kalimantan passiert, nicht zum Lachen ist!
 
Die Seberuang Dayak leben um den Saran-Wald Komplex, etwa 80 Kilometer südlich von der Distrikt-Hauptstadt Sintang. Dieser traditionelle Dayak-Wald wurde vom Stamm seit langem beschützt und ist der schönste Regenwald, in den ich während meiner 34 Jahre intensiver Arbeit in tropischen Regenwäldern meinen Fuß gesetzt habe. Es hat buchstäblich alles was Borneo’s Natur zu bieten hat, so spektakulär wie die gigantischen Rafflesia-Blüten, die hier immer noch überleben.
 
Ich hänge hier ein Dokument an, das von dem eben genannten Antonius Lambung verfasst wurde, einem Anführer des Seberuang-Stammes, der darum kämpft seine Leute vereint zusammen zu halten gegen die Kräfte von außen. Er kann es sehr viel klarer erklären als ich, was seinen Stamm dazu gebracht hat, gegen die mächtigen Palmöl-Konzerne aufzustehen. Ich finde seine Worte zutiefst berührend.
 
Die Seberuang Dayak nutzen den Wald als Quelle für Wasser, Nahrung, Material, Medizin, und lieben es ganz einfach die Stimmen der Vögel und Gibbons zu hören. Ihre Elektrizität kommt von einem Mini-Wasserkraftwerk, das sie selbst gebaut haben, und sie wissen, dass die Elektrizität vom Wasser des Waldes abhängt.
 
Sie haben die mächtige Barito Holzfäller-Firma des früheren Präsidenten Soeharto rausgeschmissen, und sahen direkt in die Gewehrmündungen der Armee, die die Operationen schützen sollte. Sie haben auch frühere Versuche der Palmöl-Firmen gestoppt, die das Land und den Wald wegnehmen wollten. Und sie bildeten Allianzen, unter anderem mit einem gewitzten ehemaligen holländischen Missionar, der sich bereits 44 Jahre der Not der Dayak-Stämme verschrieben hat. Er ist wie der schlaue Druide mit einem mächtigen magischen Trink, dem berühmten Tuak, der mächtige Allianzen zusammenschweißt. Die Masarang Foundation und OONL sind zwei der Organisationen, die der Kobus Foundation helfen, die das Sintang Orangutan Zentrum managt und den Dayak von West-Kalimantan hilft.
 
 
Auf diesem Bild sehen sie 3 der Schlüsselfiguren im anhaltenen Drama des Kampfes für den Saran-Wald. Antonius Lambung steht links, Pater Jacques Maessen in der Mitte und Sinyam, der Mann, der nicht bestochen werden konnte und der die Seberuang-Dayak durch den Kordon der bewaffneten Soldaten führte, um die Firma des Präsidenten davon abzuhalten, ihre traditionellen Wälder wegzunehmen, steht auf der rechten Seite.
 
Was ist der konkrete Anlass für diesen Bericht? Trotz der mutigen Bemühungen der weisen Anführer der Seberuang-Dayak und ihre Anstrengungen, die Regierung zu bitten, die illegalen Aktivitäten der PT Kencana Alam Permai und PT. Prima Sawit Andalan Palmöl-Firmen, die zur PT Dharma Satya Nusantara (DSN) Gruppe gehören, geht die Abholzung des jungfräulichen Waldes weiter. Dies widerspricht allem, was Indonesien sagt zu einem Moratorium des Holzeinschlags und dem Respekt gegenüber lokalen Rechten.
 
Earthwatchers Landsat 8 Satelliten-Bilder
 
Ganz oben finden Sie eine Montage von Bildern, die die dramatische Situation, die gerade besteht zeigen und wodurch die Dayak zu den Protesten und Demonstrationen gezwungen sind, um Druck auf die lokalen Beamten und den Gouverneur auszuüben. Dank an Dr. Eduardo Dias von Earthwatchers für die Aufbereitung der neuen Landsat-Bilder.
 
Bild 1, oben links zeigt den nördlichsten Teil des Saran-Wald-Komplexes. Die dunkelgrünen Bereiche sind immer noch ursprünglicher Wald mit einer unglaublichen Vielfalt. Das Bild wurde am 10. April 2013 aufgenommen.
 
Bild 2, oben rechts, ist ein weiteres Landsat 8 Bild, in dem der Unterschied zwischen gutem und entwertetem Wald verstärkt wurde. Die roten Bereiche wurden erst kürzlich eingeschlagen und sind deutlich zu erkennen. Nahezu der gesamte Holzeinschlag geschah im jungfräulichen Wald!! Mit viel wertvollem Holz. Dieses Bild wurde 75 Tage nach dem ersten aufgenommen.
 
Bild 3, unten links, zeigt die Bereiche in purpurrot, die in weniger als 3 Monaten entwaldet wurden. Ein Gebiet von fast 1000 Hektar Wald wurde gerodet!!! Das Bild zeigt den Blick von dem entwaldeten Areal zum Condong-Berg. Das folgende Bild zeigt die Situation komplett vom Boden aus und zeigt deutlich, dass es jungfräulicher Wald war, der eingeschlagen wurde.
 
Bild 4, unten rechts, zeigt die typische Vorbereitung des Landes in Form von Terrassen für die Ölpalmen. Die Menschen dieses Dorfes hatten die Palmöl-Firmen bereits mehrere Male abgewiesen und die Einladung zu einem „besonderen Treffen“ in die große Stadt zu kommen, ausgeschlagen. Die Genehmigung, das Gebiet auf Möglichkeiten zu untersuchen ist ebenso schon lange abgelaufen und die Firma „kreierte“ Wege, wie mir von den Dorfbewohnern erzählt wurde, mit denen sie den lokalen Bewohnern 250.000 Rupiah (25 US Dollar) pro Hektar bezahlten, damit sie den Wald roden und niederbrennen, damit die Firma dann das Gebiet übernehmen konnte. Der Schaden, der durch den Verlust dieses Waldes angerichtet wird, bedeutet Überflutung, Verlandung des Flusses, der Elektrizität, Trinkwasser und Fisch  zur Verfügung stellt, sowie vermutlich auch eine Veränderung im örtlichen Klima. Am schlimmsten von allem, schafft es auch Konflikte zwischen den Stammesmitgliedern!
 
Die Seberuang-Dayak arbeiten mit dem Kobus-Center zusammen, um den Wald, der gerade zerstört wird, zu einem dauerhaften Refugium für Orangutan-Freilassungen zu machen. Sie erhielten von uns ein Training zur Kartierung und wir helfen ihnen mit den Satelliten-Bildern, damit sie ihr Waldland vom All aus untersuchen können, da sie von den Leuten der Palmöl-Firmen davon abgehalten werden die Straßen zu befahren, um den Schaden vor Ort anzusehen. Es sind wirklich die lokalen Menschen, die diesen Prozess in Gang gebracht haben, während wir sie mit unserem Netzwerk und wenig technischem Zubehör nur unterstützen.

Im Namen der Seberuang Dayak, bitte helfen Sie.
 
Sintang, 22. Juni 2013
Willie Smits