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Newsflash Willie Smits, 03. Februar 2011

Newsflash Willie Smits, 03. Februar 2011



Ich bin gerade in den Niederlanden angekommen, direkt von einem Fest, bei dem unser erstes Jahrzehnt als Masarang Foundation gefeiert wurde. Das Fest fand in unserem Tasikoki Wildtierrettungszentrum auf Nord-Sulawesi am 02. Februar 2011 statt.
 
Ich sitze hier im Haus von Steven Smit in Amsterdam, wo Masarang International und unsere Website www.masarang.nl ihren Sitz haben und benutze glücklich seinen Hochgeschwindigkeits-Internet-Anschluss.
 
Die Menschen in den Niederlanden haben so eine gute Versorgung! Die Elektrizität fällt nicht jeden Tag mindestens einmal für mehrere Stunden aus, Telefone und Internet funktionieren durchgehend und die Benzinpumpen haben immer Benzin zur Verfügung! Menschen in den Industrienationen nehmen all diesen Luxus als selbstverständlich hin und glauben, dass es im Rest der Welt genauso ist… Ein Beispiel? Ein paar emails aus Amerika vom letzten Jahr, als ich eine Woche im Inneren von Borneo war, ohne Elektrizität, Telefon, ebenso Internet, um Orang-Utans zu retten:
 
Tag 1: Dr. Smits, ich bewundere Ihre Arbeit und möchte sie unterstützen.
 
Tag 2: Dr. Smits, die email, die ich Ihnen gestern geschickt habe, hat Sie vermutlich nicht erreicht, um also sicherzugehen, schicke ich diese email noch einmal. Mit besten Wünschen!
 
Tag 5: Mr. Smits, ich möchte Sie erinnern, dass es nicht freundlich ist, Leuten nicht zu antworten, die ihr Bestes geben, um Ihnen zu helfen! Ich hoffe, Sie sind so freundlich und antworten mir!
 
Tag 7: Mr. Smits, gut zu wissen, dass Sie so eine undankbare Person sind und dass ich Ihnen noch kein Geld überwiesen habe. Ich werde den anderen Menschen erzählen, was für eine unverschämte Person Sie sind und dass sie den schönen Videos nicht glauben und Ihnen Geld schicken sollen!
 
Tag 8: (Ich) Liebe Mrs …. Bin gerade von 8 Tagen im Dschungel zurückgekommen, wo es keine Kommunikation gab und leider habe ich keine Assistentin, die mir mit den 200 emails am Tag hilft. Es war sicherlich keine böse Absicht, dass ich nicht in der Lage war, früher zu antworten.
 
Ende der Kommunikation!!!
 
Dies war ein extremer Fall, aber jedesmal, wenn ich in den Niederlanden ankomme und meinen Computer öffne und automatisch in das kabellose Netzwerk einlogge und große Datenmengen mit Bildern innerhalb von Sekunden anstatt von Stunden verschicke, denke ich oft an diese Art der Kommunikation.
 
Unser 10.ter Jahrestag. Wir fingen am 14. Januar an, Fische zu markieren, am 17. Januar haben wir College-Studenten mit Stipendien ausgezeichnet, danach folgten Baumanpflanzungen und die Freilassung von 7 Sulawesi Makaken. Die High School Studenten bekamen ihr Stipendium am 29. Januar und gestern haben wir die Feierlichkeiten abgeschlossen mit einem Workshop über Strategien zur Erhaltung der Natur in der Provinz Nord-Sulawesi und der Freilassung von einigen Seeadlern.
 
Die Vorlesung, die ich hielt wurde ins Englische übersetzt und kann von unserer Website heruntergeladen werden (www.masarang.nl, unter media/presentations). Nachfolgend werde ich die Ergebnisse kurz zusammenfassen.
 
So gegen 11 Uhr (eine Stunde später als geplant, aber das ist Indonesien) haben wir uns mit dem Gouverneur der Provinz und dem Distrikt-Chef unserer Region in Tasikoki getroffen. Zusammen mit Simon Purser, einem Engländer, der das Programm für die Tiere und die Freiwilligen koordiniert, machten wir einen Spaziergang zu den Tieren, und als es anfing zu regnen, fuhren wir mit dem Auto weiter an den Strand. Hier weihten wir offiziell ein Boot ein, dass vom Gouverneur meiner Minaesa Universität gespendet wurde. Danach ließen wir ein paar Seeadler frei. Dann fuhren wir mit dem Auto des Gouverneurs zur Ökolodge, zum Kaffee mit Palmzucker, während ungefähr 150 Gäste zu unserem Konferenzraum gingen.
 
Dr. Julius Pontoh hatte beim Workshop den Vorsitz und der Gouverneur hielt eine gute Vorlesung, mit viel Lob für die Arbeit der Masarang Foundation. Er ist ziemlich gelehrt und spricht gut Englisch, zusätzlich noch ein bisschen Holländisch und vernünftiges Französisch. Er ist sehr stolz auf seine persönliche Bibliothek und erhielt vor kurzem seinen Doktor-Titel. Ich war sehr glücklich über die Unterstützung all dieser Offiziere, die uns unser Leben manchmal sehr schwer machen können. Zum Beispiel der Zoll, wenn wir Medikamente von auswärts bekommen, oder die Einwanderungsbehörde, die versucht extra Geld zu verdienen, bei der Verlängerung der Visa für unsere freiwilligen Helfer in Tasikoki, die aus dem Ausland kommen. Ich bat sie in Anwesenheit des Gouverneurs aufzustehen und fragte sie, ob sie von nun an dieses exzellente Projekt unterstützen werden. Die ganze Polizei, die Armee, der Waldservice, die Einwanderungsbehörde, schwörten dies zu tun, während der Gouverneur und der regionale Häuptling zustimmend mit dem Kopf nickten! :-)
 
Auf meine Geschichte folgte eine gute Diskussion mit vielen Fragen der anwesenden Zuhörer. Studenten, Aktivisten, Tauch-Resorts, der neue Chef des Naturschutzes in Nord-Sulawesi, alle hatten kritische Fragen und gute Lösungsvorschläge. Dann war es Zeit für das Mittagessen und dann, nachdem die Hälfte der Gäste mit dem Gouverneur ging machten wir mit dem Workshop mit einer kleineren Gruppe weiter. Und dann war es Zeit für mich zum Flughafen zu fahren und über Jakarta und Dubai hier in Amsterdam anzukommen, wo ich an einem Tisch zusammen mit Steven sitze und diese Nachricht schreibe. Auf geht’s zu den nächsten 10 Jahren! Ich werde versuchen die Ergebnisse des Workshops in einem getrennten Dokument festzuhalten. Zumindest unser kilometerlanger Strand in Tasikoki wird einen speziellen Schutzstatus bekommen und ab der nächsten Woche werden wir wieder Tiere konfiszieren.
  
Englischer Originaltext: www.masarang.nl