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Willie's Blog Oktober 2011: Die Zuckerpalmen von West-Kalimantan

Willie's Blog Oktober 2011: Die Zuckerpalmen von West-Kalimantan


Ich bin mir nicht sicher, wie viele von euch wissen, dass ich auch ein Vorstandsmitglied von DeforestACTION für die Masarang Foundation bin. Die vergangenen drei Wochen habe ich im Prinzip im Bezirk Sintang mit einem Team von 15 jungen Umweltschützern, den sogenannten „Eco-Warriors“, aus der ganzen Welt verbracht....

Was ich dort gesehen habe, war wirklich schrecklich. Derartig viel Schlimmes, verursacht durch die Expansion der Ölpalmenindustrie. Die Einwohner dort kämpfen ums nackte Überleben, Konflikte zwischen den verschiedenen Dörfern, verschiedenen Einwohnern, sogar in den Familien.

Die Palmöl Mitarbeiter, die von den offenbar hochmotivierten Staatsangestellten unter Druck gesetzt werden, den Einwohnern das Land abzukaufen um Preise zwischen 160.000 und 600.000 Rupia per Hektar. Das entspricht weniger als 15 bis 50 Euro per Hektar!!!

Die Menschen wollen zwar ihr Land nicht abgeben, aber es wird ihnen viel Geld versprochen, wenn sie in den Palmöl-Plantagen arbeiten, und später wird ihnen gesagt, sie brauchen dort gar nicht mehr zu arbeiten.

Überall wo wir ausgewachsene Ölpalmen sahen, ging die Sache anders aus...  Menschen, die die Palmen niederbrannten, teures Equipment verbrannten, sogar die Hauptgebäude wurden niedergebrannt. Frisch gepflanzte Ölpalmen wurden wieder vernichtet und zerhackt, Straßen blockiert, anderes schweres Gerät konfisziert, und traditionelle Feiern abgehalten um ihre Vorgangsweisen zu zelebrieren.

Wir sahen sogar Friedhöfe, die zerstört wurden und bereits mit Bulldozern bearbeitet wurden und einen führenden Dorfbewohner, der verhaftet wurde.


Aber die Menschen sehen keine Alternativen und es scheint so, als geben sie auf.

Es sind meistens bitterarme Javanesische Einwanderer, die keine andere Wahl haben, um ein Minimum an Gehalt bei den Ölpalmen zu arbeiten.

Als ich in den Dörfern über die Zuckerpalmen sprach, öffnete das manchen Menschen die Augen. Überall, entlang den Flüssen, wo wir unterwegs waren, wuchsen hunderte und tausende von Zuckerpalmen. Zur selben Zeit sahen wir aber auch die großen Schwierigkeiten, Benzin und sauberes Trinkwasser für die Einheimischen zu bekommen.

Beides kann sehr leicht von den Zuckerpalmen gewonnen werden!

Wir erfuhren, dass die meisten Dayaks nur das „Herz“ der Zuckerpalme als Gemüse und die Blätter als Besen verwenden. Sie wissen nicht, wie man die Früchte der Palmen verwenden kann, oder das Holz, den Zucker-Sirup, die Medizin, etc.!

Jetzt haben wir eine Kooperation mit dem Bupati, dem Regierenden des Sintang Bezirks gestartet, um eine große Zuckerpalmen Zucht, geführt durch die „Kobus Foundation“ von Pater Jacques Maessen, einem früheren holländischen Missionar, der seit 44 Jahren in der Region lebt, aufzubauen. Unterstützt wird das Projekt durch die „Masarang Foundation“.

Der Bupati plant eine Million Setzlinge von ausgesuchten Zuckerpalmen zu kaufen, und unsere Organisation ist die einzige, die dafür ein Zertifikat hat, um das nötige Material innerhalb Indonesiens dafür zur Verfügung zu stellen.

Wir werden eine Baumschule in einem Dorf, wo bereits Palmzucker produziert, aufbauen und wir werden dieses als „Trainingsort“ verwenden für die anderen Dorfbewohner, um ihnen beizubringen, wie man die Zuckerpalmen verwenden kann und die Technik zu lernen, wie die Palmen abgeerntet werden können. Wir werden die Menschen hier mit Setzlingen versorgen, wenn sie uns einen Brief vorweisen können, in dem bestätigt wird, dass das Land, auf dem sie diese anpflanzen, auch ihnen gehört, und sie die Pflanzen pflegen und bewirtschaften werden.

Auf diese Weise können wir die Ölpalm-Industrie blockieren, wenn sie behauptet, dass das Land nicht registriert ist, während sie ohnehin weiß, dass all das Land unter klar geregeltem Besitz steht.

Willie Smits,

Oktober 2011

(Hier geht es zum englischen original Blog)