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Willie's Blog: Mungki - der Beginn einer Freundschaft

Willie's Blog: Mungki - der Beginn einer Freundschaft


Mungki. Das ist der Name eines Orang Utan, der am 1. September 2014 in unserem Sintang Orangutan Center ankam. Mungki´s Name wurde vermutlich vom Englischen Wort "monkey" abgeleitet. Aber Mungki ist soviel mehr als ein Affe. Ich habe gerade 5 Tage mit ihm im Sintang Orangutan Center verbracht, vom 15. bis 21. Oktober.
 
Mungki ist ein 14 Jahre alter männlicher Orang-Utan der vor 10 Jahren aus dem nahegelegenen Sekadau von einem Mann namens Adrianto aus dem Sengau Distrikt im Dorf Bringin gekauft wurde. Seit diesem schicksalshaften Tag hat er seinen kleinen Käfig für 10 lange Jahre nicht verlassen! Er bekam Reis, manchmal Früchte und Wasser, und irgendwie schaffte er es, doch ein bisschen zu wachsen zwischen den Gitterstäben.

Dann gelang es Mungki eines Tages, aus dem verstörenden Käfig zu entkommen, und er zeigte seine unglaubliche Stärke, als er durch die Nachbarschaft streifte. Die Leute fingen ihn mit einem Netz wieder ein, nachdem sie ihn vorher mit einem Eisenknüppel niedergeschlagen hatten. Dieses traumatische Erlebnis veränderte Mungki dramatisch. Die Nachbarn, die einen erneuten Ausbruch fürchteten, sowie auch vor seinen Bissattacken, übergaben ihn schließlich dem Forstministerium.
 
Dr. Vicktor, einer von unseren Orang-Utan Tierärzten, half den Beamten bei der Übernahme von Mungki. Und so kam er zu uns in unser Center an diesem Spätnachmittag am 1. September. Er war extrem aggressiv, schwang ohne Unterbrechung von links nach rechts, schlug seinen Kopf gegen die Wände und Balken des Quarantänekäfigs. Alles, was ihm in die Hände kam, warf er mit voller Wucht herum, und er versuchte jeden zu fassen, der sich ihm näherte. Trotz des immensen Einsatzes der Pfleger schien es, als wäre es schier unmöglich, Mungki‘s Vertrauen wieder zu gewinnen, und sein traumatisches Verhalten zu lindern.
 
In den folgenden Zeilen werde ich schildern, wie es mir gelang, den Beginn einer Freundschaft mit Mungki herzustellen. Nicht wissenschaftlich, aber basierend auf jahrelanger Erfahrung mit mehr als 1.000 Orang Utans und mit genug Einfühlungsvermögen, um diese großartigen Geschöpfe zu verstehen. Vielleicht hilft es aber auch, zu zeigen, dass jeder Orang Utan anders ist, und es nicht genügt, ein paar Medikamente oder die richtige Anzahl an Kalorien zu füttern, sondern dass es sogar der Schlüssel für das Wohlergehen der Tiere ist, danach zu trachten, dass es ihnen mental gut geht, damit sie als vollwertige und gesunde Mitglieder einer schwindenden Spezies wieder zurück in die Freiheit und Wildnis entlassen werden können.
 
15. Oktober, Tag 1

Ich beginne meine übliche Morgenrunde um etwa 7 Uhr Früh. Schon circa sieben Meter entfernt vom Quarantäne Käfig kann ich das Schlagen hören. Mungki schwingt seinen 40 kg schweren Körper wild von links nach rechts, während er sich an den Stäben anhält. Manchmal dreht er sich, um den Reifen oder die Schaukel in seinem Käfig herumzuschleudern. Dann beginnt er wieder wild seinen Körper auf dem Boden herumzuschleifen, und er sieht mich nie an. Kein Grunzen, kein Laut, sein Blick geht permanent nach unten.
 
Ich spüre mit jeder Zelle meines Körpers, dass Mungki mich trotz allem sehr aufmerksam beobachtet.
Ich entschließe mich, mich vor seinem Käfig zu setzen und ganz nebenbei ein paar Blätter zu essen und auf meine Handy-Kamera zu schauen, ohne den geringsten Augenkontakt herzustellen. Keine Veränderung. Mungki schlägt seinen Kopf heftig gegen die Gitterstäbe und Wände. Er ist wirklich ein traumatisiertes Wesen... Ich komme noch zwei Mal an diesem Tag zurück. Aber zu keinem Zeitpunkt zeigt Mungki den Willen, seinen Kopf zu heben und mich anzusehen oder sein immer wiederkehrendes stressvolles Verhalten abzustellen. Das sieht nach einem wirklich schweren Fall aus….
 
16. Oktober, Tag 2
Wieder verbringe ich meine Zeit, indem ich einfach vor Mungki’s Käfig sitze. Nach ungefähr fünf Minuten setzt er sich endlich hin und sieht mich für einen Bruchteil einer Sekunde an, bevor er schnell wieder den Kopfzwischen den Schultern einzieht und auf den Boden starrt. Ich kann seine Augenbrauen erkennen, und ich sehe die Wut, die in Mungki’s Geist aufsteigt. Manchmal schwingt er wieder herum, aber wenigstens lässt er es heute bleiben, seinen Kopf gegen die Stäbe zu schlagen. Ich fühle, es gibt einen Hoffnungsschimmer.
 
Am Nachmittag bringe ich ein paar Asam Früchte und beginne, sie abzuschälen und zu essen, während ich ein Stückchen näher am Käfig bei Mungki sitze, vielleicht 1,5 Meter weg. Ich bin jetzt in "Spuckweite", er könnte mich auch mit ein paar Ästen schlagen, die er in seinem Käfig hat. Aus meinem Augenwinkel kann ich aber erkennen, dass er langsam Interesse zeigt, aber wenn ich schaue, dann sieht er gleich wieder weg.
 
Ich beginne ein paar Früchte unter die Türe seines Geheges zu legen. Mungki versucht, meine Finger zu erwischen und er sieht mich an wie der Teufel. Ich würde ein paar Finger verlieren, wenn ich jetzt versuchen würde, ihn zu berühren. Berührung ist sowieso nicht das, was Mungki jetzt braucht. Es braucht konstante Abläufe und Geduld um sein Vertrauen zu gewinnen.
 
17. Oktober, Tag 3

Heute bin ich früher dran, noch bevor die ersten Tierpfleger ihre Schicht von den Nacht-Wächtern übernehmen. Manchmal macht es einen großen Unterschied, wenn man mit einem Orang-Utan alleine ist. Manchmal kann man erkennen, dass sie nicht "weich" oder unbekümmert aussehen wollen, wenn Menschen in der Nähe sind. Sie haben auch den Ruf, gut durchhalten zu können. Ich spüre den Unterschied. Mungki hört sofort auf zu schwingen, wenn ich mit gespreizten Beinen an meinem üblichen Platz vor seiner Behausung - außer Reichweite - sitze.
 
Ich fahre mit meiner gewohnten Routine fort, uninteressiert oder von anderen Dingen um mich herum abgelenkt. Ich habe ein paar Salak (Schlangenhaut-Früchte) gebracht, und beginne wieder eine zu schälen. Wieder spüre ich mit jeder Zelle, dass Mungki mich aufmerksam beobachtet. Ich fühle seine Augenbrauen sanfter werden, und ich tue so, als würde ich ihn dabei ertappen, dass er mich beobachtet, und ich gebe vor, ihm den Rücken zuzukehren, um ihm vorzutäuschen, dass ich nicht mit ihm teilen möchte. Eifersucht und Imitation sind die stärksten Werkzeuge um sich für einen Orang-Utan interessant zu machen!
 
Als ich über meine Schultern schaue, sieht er mir zum ersten Mal in die Augen, ohne Wut! Jetzt schaue ich in den Korb mit den Schlangenhaut-Früchten, schaue auf die Frucht in meiner Hand, dann zu Mungki und ich mache den typischen Orang-Utan Gruß, ein tiefer Quietscher, der schwer zu beschreiben ist, aber es ist so etwas wie ein "Friedensangebot". Dann greife ich in den Korb, nehme eine Salak-Frucht und lege sie vorsichtig unter die Käfigtüre, wo ich gestern selbiges mit der Asam-Frucht probierte. Heute jedoch kein Anzeichen von Aggression. Aber als ich meine Hand zurückziehe, schnalzt er die Frucht weg und täuscht vor, kein Interesse daran zu haben. Ich lege die Frucht wieder zurück und verschwinde ganz schnell. Als ich wieder zurückkomme, ist die Frucht weg und meine Stimmung steigt.
 
18. Oktober, Tag 4

Als ich die Stahltüre zu der Quarantäne Station öffnete, kann ich bereits Mungki´s Augen spüren, die mich bereits erwarten. Ein paar Schwünge, nicht mehr so gewalttätig oder stark. Ich setze mich nieder, und auch Mungki setzt sich! Wie immer beginne ich mit meinen "Gewohnheiten", und ich starre auf mein Telefon. Ich stelle die Kamera ein und ich lasse Mungki sein Spiegelbild sehen. Ich muss lächeln und ich bin so glücklich, für eine Millisekunde erkennen zu können, dass Mungki sich selbst erkannt hat! Er ist überrascht  -  und er beginnt, Grimassen zu schneiden :-)  !!!
 
Heute bringe ich ein paar Asam-Früchte mehr. Normalerweise füttere ich die Orang-Utans nicht, weil es schwer ist, sie mit Futter nicht zu bestechen, ich mag ehrliche Beziehungen auf Augenhöhe. Ganz besonders mit Orang Utans in Käfigen, die ohnehin keine Wahl haben in ihrem Leben. Aber Mungki hat mir in sehr vielen Beispielen gezeigt, wie stark er ist, und der Durchbruch durch seine emotionale Barriere verdient andere Maßstäbe. Die Wahl zu haben, und Fairness, das ist es, was heute zählt. Jedesmal wenn Mungki Früchte bekommt, bekommen auch die anderen welche. Sie haben alle beeindruckende Sehkraft und noch besseres Gedächtnis! Und sie haben einen ausgeprägten Sinn für Richtig und Falsch, was leicht zu erkennen ist, wenn man ein Baby dabei beobachtet, wie es einen Wutanfall bekommt, weil ein anderes Baby seine Flasche weggenommen hatte.
 
Ich lege die Asam Frucht wieder unter die Türe und Mungki sieht nur zu. Als ich mich zurückziehe, rollt er eine Frucht in seine Unterlippe mit seinem langen Zeigefinger. Er sieht mich an, als wollte er sagen: "Erwarte dir nichts, das bedeutet nichts!" Aber er nimmt eine Frucht nach der anderen, während er ab und zu auch ein bisschen zu mir rüber sieht und sich offenbar "erkundigt", wie ich die Frucht esse.
 
Und da kommt der Moment auf den ich gewartet habe: mit seinen Augen und seiner Unterlippe zeigt er auf die anderen Asam Früchte im Korb und er schaut mir in die Augen mit erwartungsvollen erhobenen Augenbrauen! Er fragt mich tatsächlich nach mehr!!! Eine direkte Kommunikation! Ich mache Fortschritte! Überglücklich lege ich eine neue Reihe von Asam Früchten zurecht, während Mungki geduldig wartet, bis es keinen Platz für weitere Früchte gibt.
An diesem Nachmittag verlasse ich Mungki mit großen Erwartungen für morgen und ich plane bereits meine folgenden Schritte.
 
Samstag, 19. Oktober, Tag 5

Mungki wartet schon auf mich. Ich will glauben, ein bisschen Freude gemischt mit Aufregung in seinen Augen lesen zu können, als ich mich wieder zu ihm setze und wir einander ansehen. Es macht Orang Utans immer ruhiger, wenn man nicht übergroß und stark wirkt, und ich bin ja größer als alle Menschen, die er bis jetzt gesehen hat.
 
Ich habe einen hellgelben Baseball und einen Brei aus Durians mitgebracht, aber den kann Mungki jetzt noch nicht sehen. Ich starte mit meinem üblichen Sonnenbad, schaue in die Baumwipfel hoch und beginne auch das Telefonritual. Plötzlich höre ich ein Zischen und ich fühle ein paar Wassertropfen auf meinem Arm. Mungki versucht, meine Aufmerksamkeit zu bekommen, während er einen Akazienast schwingt. Ich tue so, als wäre ich überrascht und antworte ihm mit einem "Hallo" Quietschen. Er schwingt den Ast wieder in meiner Richtung und ich täusche vor, ihn zu fangen. ER LACHT!!!! Wir wiederholen dieses einfache Spiel mehrere Male. Dann nimmt er einen langen Ingwer Stamm, der aus seinem Nest stammt. Er steckt es durch die Gitterstäbe und hält es mir so hin, dass ich den Ast fassen kann. Jetzt ist es ein "Zieh-Spiel", vor und zurück. Wenn ich ihn gewinnen lasse, in dem Moment, wo er gerade fest zieht, kann ich ihn wieder fast lachen sehen!!
 
Dann nehme ich den Baseball und lege ihn auf den Käfigvorsprung. Er ist natürlich zu groß, um durch die Gitterstäbe durchzulassen und Mungki beschließt schnell, dass er auch nicht essbar ist. Also stupst er ihn zu mir zurück. Und wieder: Dann fange ich den Ball in der Luft und Mungki hält seine Arme durch die Gitterstäbe, um mir zu zeigen, dass er das auch kann! Wenn ich zielsicher werfe, dann fängt er den Ball ganz hervorragend. Mungki schießt mir den Ball zurück! 
 
Nachdem wir eine Weile Ball gespielt haben, überrasche ich ihn mit dem Durian Brei, sozusagen als "Bonus". Und was für einer! Durian, die Königin der Früchte - die Begeisterung dafür teile ich mit allen Orang Utans. Ich gebe ihm ein Stück mit meiner Hand und er nimmt es vorsichtig mit seinen langen Fingern, und er zeigt keinerlei Anstalten, mich zu halten. Er riecht daran und er beginnt diese Spezialität zu genießen.
 
Ich muss zum Flughafen, meine "Ecowarriors" sind gerade aus Australien angekommen. Wir werden zum Ensait Panjang longhouse fahren, das eineinhalb Autostunden entfernt ist. So bin ich nicht zur gewohnten Zeit bei Mungki für diesen Tag. Was wird mich morgen erwarten??
 
Sonntag, 19. Oktober, Tag 6

Ich kam spät zurück letzte Nacht und schlich zu Mungki. Ich stand im Dunkeln, bewegungslos, während sich hunderte Moskitos an mir gütlich taten, und ich sah Mungki beim Schlafen hoch oben auf der Plattform zu. Manchmal zitterte er, als hätte er einen schlechten Traum, ab und zu seufzte er und dann atmete er wieder normal. Nun bin ich wieder zurück, an diesem nassen Morgen. Es hat 76mm geregnet letzte Nacht. Der Regen war für die Dayaks ein Segen, denn es sah beinahe so aus, als wäre die Ernte erneut gefährdet gewesen. Zusammen mit dem Preisverfall von Kautschuk wäre der Ausfall der Reisernte ein Disaster und somancher Dayak hätte sein Land an - Palm Öl Unternehmen verkaufen müssen. Hoffentlich kommt noch mehr Regen, aber der El Nino Index steigt gefährlich an...
 
Heute habe ich zwei sehr große und harte Zitronen gebracht. Eine davon rolle ich zu Mungki´s Käfig und setze mich zurück, um ihn zu beobachten. Er enttäuscht mich nicht. Zuerst sucht er einen passenden Ast um die Zitrone zu sich zu rollen. Das ist ein Trick, von dem viele Menschen glauben, es hätte etwas mit Intelligenz zu tun. Aber es ist nichts im Vergleich zu dem, wozu sie wirklich fähig sind!!
 
Nachdem er die Zitrone nahe zu den Gitterstäben gerollt hat, kann er sie mit seinen Fingerspitzen erwischen und er bringt sie vorsichtig zu den Stäben nahe seinem Mund. Er drückt so stark er kann, aber die Zitrone passt nicht durch, und ein paar Spritzer davon sind nicht gerade ein Vergnügen. Nun werde ich Zeuge eines neuen Verhaltens!! Während er die Zitrone mit einer Hand hält, sucht er nach einer alten Bananenschale. Dann kratzt er das Innere dieser Schale heraus, und verwendet diese braune, glitschige Masse als "Gleitmittel" für die Zitrone! WOW!!
 
Aber es ist noch nicht genug! Die Stäbe sind immer noch zu eng beieinander, um die Zitrone durchzubringen. Wenn Mungki weiter drückt, kommt wieder Zitronensaft heraus. Nun nimmt Mungki ein Stück Stoff und wickelt damit die Zitrone ein, und versucht nun, die Frucht durchzuziehen! Unfassbar! Was für eine Entwicklung, und das alles in weniger als einer Minute. Kein Saft mehr, der herausspritzt, aber leider auch keine Zitrone auf der anderen Seite des Käfigs…
 
Da entschließt sich Mungki, den Teil der Zitrone abzubeissen, das auf "seiner" Seite des Käfigs durchsteckt. Der Saft spritzt ihm ins Gesicht und er nimmt das Stück Stoff und wischt es ab. Dann nimmt er wieder den Stoff um das triefende Stück abzudecken und er beisst durch, und schafft es eine Aushöhlung in der harten Zitrone zu machen, ohne bespritzt zu werden. Jetzt nimmt er den Teil des Stoffes und drückt den Zitronensaft aus, nachdem er sie wieder bedeckt hatte und letztlich kann er die ausgehöhlte Frucht durch die Stäbe pressen. Endlich kann er die Frucht normal essen. Das ist wunderbar, sein Intellekt und seine Fähigkeiten zur Problemlösung sind großartig!
 
Montag, 20. Oktober, Tag 7

Mungki erwartet mich schon sehnlichst. Zum ersten Mal kann einen Willkommens - Quietscher hören! Er sieht mich mit fröhlichen Augen an, so als würde er fragen, was wir heute machen werden. Zuerst machen wir unser kleines Wurfspiel und er genießt es wie beim letzten Mal. Dann gebe ich ihm Sonnenblumensamen und er schafft es mühelos, die dünne Schale zu entfernen. Ich kann nicht sehen, wie er das macht, weil der ganze Prozess innerhalb seines Mundes stattfindet. Die Lippen, Zähne und die Zunge sind ein perfekter Futterverarbeiter. Als ich Mungki eine kleine Banane gebe, flutscht die ganze Frucht hinein, und nach ein paar Sekunden erscheint die Schale im Ganzen und wird in eine Ecke zu den anderen Schalen geworfen, wo neuer Gleitstoff entsteht.
 
Mungki sitzt mit seinen Armen in die Stäbe eingehängt und ich fühle, dass es sicher genug ist für den nächsten Schritt. Und tatsächlich bewegt er sich nicht, als ich seine Finger berühre, er schaut sogar weg, so als würde er mir sagen wollen, dass er keine Absichten hat, mich zu verletzen. Ich fühle beginnende Freundschaft.
 
Es wird Zeit, Sintang wieder zu verlassen und ich werde meine täglichen Besuche bei den Orang Utans hier vermissen. Ich glaube, auch Mungki wird mich vermissen. Aber wir können Skypen! Ich habe Skype direkt vor ihm verwendet, und ich glaube, dass er versteht, dass die kleinen Bilder da in der Kamera richtige Menschen sind. So wie der Bonobo Kanji fähig ist, Telefonate anzuhören und zu verstehen, glaube ich, dass Orang Utans das auch können. Ich möchte Mungki von weit weg auch besuchen. Und in der Zwischenzeit hat das tolle Team rund um Doktor Vicktor, Doktor Sri, Alexandra, Nurdiana, Adang, Jessie, Bujang, Theo, Bayu, Agnes, Joanna und Dudung meinen Besuch bei den Orang Utans verfolgt. Sie verstehen die Gefühle und die Körpersprache der Orangs mehr und mehr. Verständnis ist der Schlüssel zur Hilfe für die Tiere, und es muss auf Respekt zu basieren. Das klingt doch so, als würde ich über unsere Projekte mit den Dayaks sprechen!
 
 
Willie Smits
Sintang, 20. Oktober 2014
 
(engl. Original Blog auf http://www.orangutanrescue.nl/mungki/ )