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Orang-Utan Rettungen, es geht los

Orang-Utan Rettungen, es geht los

Orang-Utan Rettungen, es geht los - Juni 2010

(Hier der Blog als pdf Dokument: Auf-dem-Weg.pdf)

Wir werden in einem Flugzeug durchgeschüttelt, das über Borneo fliegt, wo wir morgen unsere nächste Rettungsaktion satrten. Wir, Richard, Leo und ich, sitzen in der letzten Reihe des Flugzeugs. Da, wo die Sitze am schmalsten sind und man sie nicht zurücklehnen kann. Jede Spülung der Toilette hinter der nur zwei Finger dicken Wand, vibriert und macht Krach. Leo und Richard schaffen es irgendwie zu schlafen, indem sie sich auf die Tischchen vor sich lehnen. Aber wenigstens haben die Leute vor uns ihre Sitze aufrecht gestellt! In ungefähr einer Stunde landen wir in einer der schmutzigsten Städte der Welt und müssen noch mehr Unbehagen aushalten in Jakarta’s stickigem, chaotischem Verkehr. Ein Treffen mit wichtigen Leuten, die so weit weg sind von den Regenwäldern und den Orang-Utans, sowohl körperlich als auch mental. Es macht einen traurig, dass diese Menschen die Entscheidungen über das Überleben der Orang-Utans treffen.

Nun, das wird sich ändern - wenn wir genug Unterstützung für Orangutan Outreach (Anm.: eine Organisation von Richard, einem Freund von Willie) bekommen. Dann kann ich sie direkt mitnehmen. Dieser Tag wird kommen. Ich weiß, was Geld in Indonesien bedeutet und was man damit alles machen kann. Einmal haben wir mit der Gibbon Foundation den illegalen Wildtierhandel deutlich reduziert und haben die Preise für die Tiere in die Höhe schnellen lassen, einfach nur dadurch, dass das Gesetz durchgesetzt wurde. Das ist es, was wirkt. Wenn die Gesetze durchgesetzt werden, wird das Risiko erhöht und der Profit für die Tierhändler minimiert. Größeres Risiko, weniger Deals und höhere Kosten. Einfachste Marktprinzipien. Was erschwert das Ganze? Allgegenwärtige Korruption. Deswegen müssen wir das Gesetz durchsetzen gegen die, die etwas machen sollten, aber es nicht tun!

Und genau das haben wir mit der Gibbon Foundation gemacht. Und es hat funktioniert. Polizeichefs haben ihre Orang-Utans aufgegeben in dem Moment, in dem ein Brief von der LASA (The Wildlife Advocacy Institute) bei ihnen ankam. Sie wussten, dass diese Organisation sie über Jahre hinweg vor Gericht zerren wird und ihre Machenschaften veröffentlicht. Es war den Ärger und das Risiko nicht wert. Aber so viele Organisationen scheuen sich, diese Mühe auf sich zu nehmen. Denn, wenn sie das machen, werden sie terrorisiert. Ich weiß, die Leute von der LASA bekamen Morddrohungen – genau wie ich auch. Und viele internationale Organisationen möchten mit mir nicht arbeiten, weil das Forstministerium die Zustimmung zur Zusammenarbeit mit ihnen dann nicht verlängert. Sie mögen niemanden wie mich oder meine indonesischen Organisationen, die sie nicht kontrollieren können.

Und die Verträge mit diesen internationalen Organisationen werden jährlich erneuert. Freunde in diesen Organisationen haben mir privat erzählt, dass sie mit meinem Ansatz einverstanden sind, aber ihr Management sich dafür entscheidet, den sicheren Weg zu gehen und mich zu meiden. Nun, das bringt ihnen mehr Sicherheit aber nicht den Orang-Utans. 31 Jahre in Indonesien können einen zynisch machen und depressiv. Aber in Richard Zimmermann habe ich einen Verbündeten gefunden, der Orang-Utans liebt und alles unternehmen wird, um sie zu retten. Mit Orangutan Outreach bauen wir gerade ein Netzwerk aus tapferen und hingebungsvollen Menschen auf, die ein klares Verständnis davon haben, was Not tut. Das größte Risiko für mich und Richard liegt darin zu hoffen, dass es genug Menschen in der Welt gibt, die es verstehen und einen wirklichen Wandel und eine wirkliche Chance für die Orang-Utans bewirken wollen. Und dass die Wirtschaftskrise ihre Bereitschaft und Möglichkeit nicht zerstört, uns zu unterstützen.

Richard und sein iPhone sind wie eine Armee. Es verbindet uns auf unserer Mission direkt mit Hunderttausenden von Orang-Utan Freunden rund um den Globus. Richard wird sicherstellen, dass Ihr von uns und unseren vielen Freunden draußen im Feld erfahrt.  Nun, ich hoffe, dass diese Gedanken und Berichte Euch durch dieses digitale Medium erreichen werden und Ihr uns helft, für die Orang-Utans und alle anderen lebenden Organismen im Regenwald zu kämpfen.

Und wir werden kämpfen!!!