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Tasikoki Wildtier-Rettungsstation


Projektname:
Tasikoki Wildtierauffangstation

Ort:
Bitung, Nord-Sulawesi. Ein 55 Hektar großes Gebiet mit einem ca. 1 Kilometer langen (vulkanschwarzen) Sandstrand und 18 Hektar Mangrovenwald.
Tasikoki Wildtierauffangstation

Projekt

Dr. Willie Smits hat die Tasikoki Wildtierrettungs- bzw. Wildtierauffangsstation 2004 gebaut, als Letzte von ca. einem Dutzend anderen Wildtier-Rettungsstationen in ganz Indonesien, um den illegalen Tierhandel zu bekämpfen.

Über Nord-Sulawesi verläuft eine wohlbekannte Route, auf der Wildtiere von Indonesien über die Philippinen auf den Weltmarkt geschmuggelt werden. Gefährdete Tiere vom gesamten indonesischen Archipel leiden durch diese Schmuggelroute. Ein Beispiel hierfür: Das Zentrum hat zusätzlich zu den vielen Tierarten aus Sulawesi momentan auch Tiere aus Sumatra (z.B. Siamang Affen), Borneo (Orang-Utans, Gibbons und Malaienbären), Java (Java Leopard und Schildkröten), und Papua (Kasuar, Papageien, Krokodile). Tasikoki ist also an einem strategisch wichtigen Punkt gelegen, um den Behörden dabei zu helfen, diese Verbrechen zu bekämpfen und die konfiszierten Tiere zu rehabilitieren. (Anmerkung: Cal, die Java Leopardin, konnte im November 2012 dank einer Sonder-Genehmigung nach Java ins Chikananga Zentrum zu einem anderen Java Leoparden gebracht werden).

Die Station hat ein Team von hingebungsvollen Angestellten, die sich um die Tiere kümmern, Sorge tragen, dass sie sich erholen, und sie, wenn möglich, für die Wiederauswilderung in die Natur vorbereiten. Zusätzlich zur Rettung und Rehabilitation von Wildtieren bietet Tasikoki auch Bildungsprogramme für die einheimische Bevölkerung an, um die Aufmerksamkeit auf die Bedrohung der Wildtiere und der wertvollen Biodiversität Indonesiens zu lenken.

Tasikoki wird zur Zeit von Simon Purser und seiner Frau Angela D'Alessio mit Hingabe und großem Fachwissen geführt. Tasikoki kann nur durch die Unterstützung von freiwilligen Helfern und entsprechenden Spenden überleben.

Wer Tasikoki bei einem Besuch durch dringend benötigte Sachspenden unterstützen möchte, kann sich über den Bedarf auf den folgenden Listen erkundigen. Alles, auch Kleinigkeiten, wird dankbar angenommen, da die Station zu 100% auf diese Spenden angewiesen ist:
Wunschliste für die Klinik
Allg. Wunschliste

 

 

Hier finden Sie eine englische Informationsbroschüre zum Herunterladen über das Tasikoki Besucher- und Erziehungszentrum. 

Am Zentrum arbeiten einheimische Mitarbeiter, die von einem internationalen Team angeführt werden, das nur freie Kost und Unterkunft für seine Bemühungen erhält. Sie werden von hart arbeitenden Freiwilligen aus aller Welt unterstützt. Die freiwilligen Helfer beteiligen sich an der Pflege der Tiere (allerdings ohne direkten Kontakt mit den Wildtieren) und des Zentrums und leisten einen finanziellen Beitrag, der für die Pflege und die Ernährung der Tiere verwendet wird.

   

Wenn Sie daran interssiert sind, in Tasikoki in einem der landschaftlich schönsten Flecken der Welt, mitzuhelfen, informieren Sie sich bitte unter "Freiwilligenarbeit" oder direkt auf www.tasikoki.org (Englisch).

Falls Sie sich gut informiert für eine Mithilfe entscheiden, können Sie sich über das folgende Formular https://docs.google.com/a/tasikoki.org/spreadsheet/viewform?formkey=dDlrTlo4SjU4Z2ZVMFpQc0ZOdFRGd1E6MQ in Tasikoki anmelden.

Der schwarze Sandstrand, der ein Teil der Anlage ist, geht in ein flaches Seegrasplateau über, das ein paar hundert Meter weit in den Ozean hineinreicht. Dahinter liegt ein Korallenriff, nach dem das Wasser sehr schnell sehr tief wird. Das Korallenriff ist teilweise zerstört und Tasikoki versucht es wieder herzustellen, indem wir, unter anderem, Bambus-Konstruktionen benutzen. Der Strand wird regelmäßig von 3 Arten von Meeresschildkröten besucht, die hier auch Eier legen. Wir versuchen die Eier einzusammeln, da andernfalls professionelle Eisammler sie ausgraben und verkaufen. Die Schildkröten, die in Tasikoki schlüpfen, werden am Strand freigelassen. Einige der ersten Schildkröten, die geschlüpft sind, kamen bereits wieder zurück und haben selbst Eier gelegt.

Bedeutung und Ziele

Sulawesi ist eine der indonesischen Inseln, auf denen die Entwaldung am schnellsten fortschreitet. Dies liegt, unter anderem, am rapiden Bevölkerungswachstum, am illegalen Holzeinschlag und an der Gewohnheit, nahezu alle Wildtiere als Bushmeat zu essen. Es gibt auf Sulawesi viele einzigartige Tier- und Pflanzenarten, die weltweit nur auf dieser Insel vorkommen (so genannte endemische Arten) und die nun von der Ausrottung bedroht sind. Masarang versucht diese Arten zu schützen und sie wieder in die Wildnis einzugliedern, um damit einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten. Masarang organisiert auch Kampagnen gegen das Essen von Wildtieren, inklusive dem Hinweis auf Krankheiten, die dadurch übertragen werden können.

Auf Sulawesi werden immer noch viele Affen wegen ihrer Schädel getötet, wie in früheren Zeiten die Menschen wegen ihrer Schädel getötet wurden; dies ist ehemaliges Kopfjäger-Gebiet! Die verschiedenen Schädel werden immer noch bei bestimmten Ritualen benutzt, und auch die Touristen verlangen nach immer mehr Schädeln von geschützten Arten. Aus diesem Grund hat Masarang künstliche Schädel aus recyceltem Plastik hergestellt, die von den Echten kaum zu unterscheiden sind. Kulturelle Gruppen erhalten diese künstlichen Schädel kostenlos, wenn sie versprechen, die Wildtiere zu schützen.

Ziele

  • Den illegalen Handel mit Wildtieren durch Strafverfolgung bekämpfen
  • Erziehung der einheimischen Bevölkerung im Hinblick auf Naturerhalt und Schutz der Wildtiere
  • Freilassung von gefangenen und rehabilitierten Tieren
  • Erstklassige Pflege der Tiere, die gerettet wurden
  • Bereitstellung von Einrichtungen für die Tiere, die leider nicht mehr freigelassen werden können, weil sie in der Wildnis nicht mehr überleben können

Ergebnisse

Seit Eröffnung der Station wurden viele Tiere (mehr als 2000!) von bis zu 110 verschiedenen Tierarten beschlagnahmt, bevor sie außer Landes geschmuggelt werden konnten.

Nachdem sie großgezogen wurden, wurden viele Tiere rehabilitiert und wieder in die Wildnis freigelassen. So kommen zum Beispiel die Nashornvögel im Nationalpark von Tangkoko aus der Station und sie brüten wieder! Vor kurzem wurde eine Gruppe von Schwarz-Makaken in den örtlichen Irang-Wald beim Dorf Kayawu freigelassen, in dem die Bauern auch Zuckerpalmen haben. Die Bauern schützen diese Tiere und im Gegenzug dürfen sie mit der Zuckerfabrik, die von der Masarang Foundation gegründet wurde, zusammenarbeiten. Auf dem Berg Masarang arbeiten wir an einem Freilassungs-Areal (mit einem Schutzzaun) für, unter anderem, Babirusas (Hirscheber), Rehe und Macaca Heckii, einem anderen Primaten aus Sulawesi.

Hier ein Video, wie einer der Schwarzschopfmakaken, Beckham, aus seinem Quarantänekäfig kommt und in das größere Gruppengehege integriert wird. Er hat sich mittlerweile sehr gut in der Gruppe eingelebt.


Tasikoki bietet auch Bildung besonders für die Kinder, die durch den Park geführt und unterrichtet werden (Facebook: Tasikoki Education). Regelmäßig besuchen mehr als 100 Schulkinder pro Monat die Station. Vereinzelt dürfen auch Touristen unter Führung der einheimischen Mitarbeiter bestimmte Teile des Parks besuchen. Die Besucher spenden oft eine Kleinigkeit, die dem Wohl der Tiere zu Gute kommt.

Ausblick

Die Station hat einen dringenden Bedarf an verschiedenen neuen und größeren Tierunterkünften. So wird zum Beispiel ein Freilassungskäfig am Strand für die Greifvögel, Inseln auf denen die Gibbons leben können, bis es einen geeigneten Platz auf Borneo gibt, ein neuer Sozialisationskäfig für die Makaken und verschiedene Käfige für konfiszierte Tiere benötigt.

Beispiele: Eine Rolle Maschendrahtzaun (2m x 10m) für ein Primatengehege kostet Rp1.500.000 [EUR120 / USD150]. Für ein kleines Projekt, um bestehende Primatenunterkünfte zu vergrößern, werden 11 Rollen von diesem Zaun benötigt.

Ein Metallpfosten (6m) kostet Rp200.000 [EUR16 / USD20]. Für ein kleines Projekt, um bestehende Primatenunterkünfte z. B. für die Makaken zu vergrößern, werden 34 Stück benötigt.

So können z.B. ca. 85 Euro die zugekaufte Futterration für alle Tiere in de Station für einen Tag sicherstellen (pro Monat ca. 2500 Euro) (Stand: Dezember 2014; durch die steigenden Preise auf Sulawesi und die Anzahl der zu versorgenden Tiere wird sich dieser Wert ändern).

Ein Tierpfleger bekommt etwa 125.- Euro Gehalt im Monat. Damit das Projekt auch der lokalen Bevölkerung zu Gute kommt und zu einem veränderten Umweltbewusstsein vor Ort beiträgt, werden nur indonesische Tierpfleger angestellt. Im Moment besteht Bedarf für 4 neue Tierpfleger, um der steigenden Anzahl der Tiere durch die letzten Konfiszierungen gerecht zu werden.

Tasikoki finanziert sich ausschließlich durch Spenden an Masarang (auch via Orangutan Rescue Nederland) und durch die Volontäre. Jeder Euro zählt hier und man kann mit wenig Geld viel erreichen.

Tasikoki benötigt auch zusätzliche Ressourcen, um den Tierhandel und mögliche Freilassungsareale zu untersuchen, neue Bildungsmaterialien, audiovisuelle Ausrüstung für die Bildungseinrichtung, ein 4-Rad angetriebenes Gefährt (Anm.: ein kleineres Gefährt wurde bereits 2011 gesponsert), ein Back-up System mit Solarzellen, zusätzliche Medikamente usw.

Die Internetseite von Tasikoki (www.tasikoki.org) führt eine aktuelle Wunschliste. Sie können sich auch die jeweils aktualisierte Wunschliste von Tasikoki mit dringend benötigter Ausrüstung, Medikamenten und anderem für die tiermedizinische Klinik als pdf Dokument herunterladen. Dies erstreckt sich von Medikamenten für die Tiere und alten Laptops, um den Forschern und Studenten zu helfen, bis hin zu einem tragbaren Röntgengerät. Dafür werden viele tausende von Euro/Dollar benötigt; aber alles, was gespendet wird, ist sehr willkommen, seien es Gegenstände (wie Medikamente oder Operationsmaterialien) oder finanzielle Zuwendungen.

Im Moment werden auch Sämereien aller Art für die Vögel, die nicht auf Sulawesi heimisch sind, benötigt.

Manager Tasikoki
Simon Purser

Falls Sie mehr Information (in englischer Sprache) möchten oder sich über die Möglichkeiten zur freiwilligen Mitarbeit in der Station direkt vor Ort erkundigen wollen, lesen Sie bitte auf der Tasikoki Internetseite nach: www.tasikoki.org.

Für konkrete Anfragen zur Mithilfe können Sie das Team in Tasikoki über volunteer @ tasikoki dot org kontaktieren.

Sie können Tasikoki auch als Tourist besuchen oder (nach vorheriger Buchung) in der Ökolodge übernachten. Bitte beachten Sie, dass die Öffnungszeiten für Besucher von Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr sind und nur nach Voranmeldung, die mindestens einen Tag vorher erfolgen sollte. (email: info @ tasikoki dot org)