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Nachhaltige Landwirtschaft


Projektname:
Nachhaltige Landwirtschaft und Unterstützung von Kleinbauern

Ort:
Tomohon, Nord-Sulawesi
Nachhaltige Landwirtschaft und Unterstützung von Kleinbauern

Projekt


Hier bekommen Sie einen Einblick in die Doktorarbeit von Tartius Timpal zur nachhaltigen Landwirtschaft, die von der MasarangFoundation gesponsert wurde (Text in Englisch).

Und hier der Text auf Deutsch.

Dieses Projekt besteht aus zwei Teilen. Erstens, dem GIS System, der Abkürzung für Geographisches Informations-System. Studenten stellen ein Netzwerk an Untersuchungen bereit. Unter anderem wird die Zusammensetzung des Bodens und mögliche Vergiftung untersucht, und das Klima wird für jeden Ort aufgezeichnet. So erhält man ein topographisches Bild über die Bodenverhältnisse. Dieses Bild wird in eine 3-dimensionale Satellitenkarte umgesetzt.

Dann untersuchen wir, wer von den Bauern welches Stück Land bewirtschaftet und wir sammeln Daten zu Bewirtschaftung durch mehrere Befragungen. Die Bauern werden befragt was sie angebaut haben, wie die Fortschritte sind und wo die Probleme (z.B. Krankheiten der Feldfrüchte) liegen. Daraus ergibt sich dann ein Bild, in dem man erkennen kann, welche Feldfrüchte auf welchem Boden zu welcher Jahreszeit am besten gedeihen. Wir speichern diese Information in der GSI Datenbank. Diese Daten werden dann zusammen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen dazu benutzt, um einen optimalen Anbau vorherzubestimmen: welche Feldfrucht, wann und wo anzubauen ist.

Der zweite Teil dieses Projektes betrifft ‚Mapalus‘, was für ‚Zusammenarbeit‘ steht. Traditionelle Bauern kultivieren das Land in der Minahasa Region gemeinschaftlich. Ein Bauer arbeitet auf seinem Land – mittlerweile fröhlich singend – zusammen mit einer Gruppe von anderen Bauern aus dem Gebiet. Am nächsten Tag wandert die Gruppe weiter, um einem anderen Bauern bei der Bewirtschaftung seines Gebietes zu helfen. Mit dieser Vorgehensweise ist sichergestellt, dass die Bauern die Verantwortlichkeit, Solidarität und eine höhere Produktion teilen.

Das GIS Mapalus Projekt verbindet diese lokalen Werte. Die Bauern  können Teil dieses Projektes werden, bei dem Masarang den Anbau der Feldfrüchte koordiniert. Mit Hilfe der GIS Datenbank bestimmt Masarang welcher der Bauern welche Feldfrucht anbauen sollte. Indem die Produktion von allen Bauern koordiniert wird, erreichen wir, dass die einheimischen Konsumenten immer eine breite Palette an verschiedenen Gemüsesorten auf dem Markt kaufen können und dass es nicht zur Überproduktion einer bestimmten Feldfrucht kommt, denn dies bedeutet einen schlechten Preis für die Bauern.

Zusätzlich wird der Ertrag gesteigert auf der Basis von Masarang’s Wissen, indem bestimmte Früchte zusammen gepflanzt werden. Dies betrifft Pflanzen, die ihr Wachstum gegenseitig positiv beeinflussen, z.B. indem sie sich mit Nährstoffen versorgen, zusammen optimal das Sonnenlicht nutzen, oder einander gegen Krankheiten schützen. Letztendlich stellt die Zusammenarbeit sicher, dass die Feldfrüchte auf einem bestimmten Landabschnitt gewechselt werden, damit sie ökologisch und optimal produziert werden. So wird zum Beispiel ein Farmer gebeten (entsprechend dem GIS System), dass er keine Tomaten nach den Kartoffeln anbaut, da sie recht empfindlich auf dieselben Pilze reagieren. Es ist besser dann Mais zu pflanzen weil dieser weniger Kalium benötigt, was zuvor von den Kartoffeln aus dem Boden verbraucht wurde. Und Mais benötigt mehr Stickstoff, der nach den Kartoffeln immer noch in ausreichender Menge im Boden vorhanden ist. Dann können Bohnen angebaut werden, um den verbrauchten Stickstoff mithilfe ihrer symbiotischen Wurzelknöllchen zu ersetzen. Danach ist es wieder möglich, Tomaten zu pflanzen, weil die Pilze von den Kartoffeln nun aus dem Boden verschwunden sind.

Bedeutung und Ziele

Das GIS Mapalus Projekt hilft, eine optimale Ernte zu erzielen, indem die richtigen Feldfrüchte auf den geeignetsten Böden wachsen. Als Folge davon müssen weniger Dünger und Pestizide eingesetzt werden.

Wir pflanzen auch Mischkulturen; Kombinationen von Pflanzen, die den vorhandenen Raum und das Sonnenlicht besser nutzen und eine höhere Ernte bieten. Durch den Wechsel der Feldfrüchte bleibt der Boden fruchtbar und bietet den Einheimischen ein größeres Angebot an gesunden Nahrungsmitteln. Der Überschuss kann nun auch exportiert werden.

Der Zusammenschluss führt auch zu einem höheren lokalen Einkommen, das gerecht und gleich unter den Bauern aufgeteilt wird.

Wir möchten untersuchen, welchen Einfluss eine nachhaltige Landwirtschaft und das Anpflanzen von neuen Wäldern auf die auf die Umwelt und die Menschen haben.

Ergebnisse

Tausende von Bauern arbeiten nun in diesem Projekt mit, bei dem die gesamte Produktion und das Einkommen der Bauern durch effiziente Landwirtschaft ansteigen. Hierzu trägt auch die Koordination bei, wer was anbaut, damit es zu keiner Überproduktion kommt. Die Anbau-Methoden sind umweltverträglich.

Die Region produziert mehr Gemüse als benötigt wird, so dass der Überschuss exportiert werden kann, zum Beispiel nach Papua oder Java. Masarang bestimmt die Pflanzzeit der Feldfrüchte und die gesamte Ernte der Kooperative wird auf Lastwagen oder mit Schiff transportiert. Dies spart Lagerkosten und die Transportkosten für den einzelnen Bauern sind geringer.

Die Solidarität und die Zusammenarbeit unter den Bauern werden gestärkt.


Ausblick

Wir möchten noch mehr Daten zur landwirtschaftlichen Produktion sammeln und GIS ausweiten; 100 Studenten, die 6 Wochen lang die Bauern interviewen, Feedback sammeln und die Daten eingeben und analysieren. Für diese Arbeit werden zusätzliche Computer benötigt. Weiters benötigen wir Satellitenbilder. All dies soll auch ein Teil des Lehrplans der ITM Universität sein, der Universität, die von Willie Smits gegründet wurde und die Studenten aus ärmlichen Verhältnissen es ermöglicht einen landwirtschaftlichen oder technischen Studiengang zu absolvieren. Dieses Projekt erstreckt sich über 15,000 Hektar und 10,000 Familien und wird ungefähr 115,000 Euro kosten. Es kann ein wunderbares Musterbeispiel werden und ein Vielfaches des Investments für die Umwelt und die Menschen bringen.
 
Projektverantwortliche

GIS: Bruno Roy Watulangkow

Datensammlung: Jance Pitoy