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Eine neue Quelle und Stipendien in Rurukan

Eine neue Quelle und Stipendien in Rurukan

 
Durch die Spenden, die über die Masarang Homepage gemacht wurden, konnte Masarang dem Wald und der lokalen Bevölkerung in Rurukan helfen. Dafür wurde eine spezielle Zeremonie abgehalten. Lesen Sie Willie's Bericht und schauen Sie sich die Bilder dazu an.

 
Willie Smits’ Bericht: vom Februar 2012:
(schauen Sie sich bitte auch die Bilder über den Link am Ende des Artikels an)
 
Am 31ten November 2011 gab es ein Treffen mit den Menschen von Tomohon, einem Dorf in den Bergen, das zur Rurukan-Bevölkerung in der Stadt Tomohon gehört. Die 5 Menschen, die in meinem Masarang-Büro sitzen, repräsentieren 200 Dorfbewohner. Sie hatten bemerkt, dass nach unseren Wiederaufforstungen auf dem Berg Masarang eine neue Quelle entstanden ist, die sogar in der Trockenzeit fast 5 Liter Wasser pro Minute liefert, oder 300 Liter pro Stunde, oder 7,2 Kubikmeter pro Tag. Die Dorfbewohner hatten bis zu diesem Zeitpunkt nur das Regenwasser von ihren Dächern. Aber durch eine Menge an Vulkan-Aktivitäten, rostendem Eisen und vermodernden Blättern auf dem Dach, ist die Qualität nicht gut und die Menge an Wasser völlig unzureichend. Deswegen müssen die Frauen aus dem Dorf, und oft genug auch die Kinder einen schmalen und oft schlüpfrigen Pfad ca. 200 Meter hinunter gehen, und dann die schweren Wasser-Kanister von der verschmutzten Quelle herauftragen. Um die Quelle herum pflanzen die Menschen Gemüse, das mit einer Menge an Pestiziden besprüht wird…
 
Die Geschichte des Dorfes Rurukan ist im Hinblick auf das Wasser ganz interessant. Über die 150 Jahre seines Bestehens musste es schon 3mal verlegt werden, da ihnen das Wasser ausging, als die naheliegenden Quellen aufgrund der Entwaldung austrockneten. Und als der Wald auf der Westflanke des Berges Masarang durch landwirtschaftliche Flächen ersetzt war, ging auch der Regenfall dramatisch zurück, da Rurukan im Regenschatten der Masarang Bergkette liegt. In jeder Trockenzeit sehen wir viele Pick-up Autos voll mit Wasserkanistern, die den Hügel hinauf nach Tomohon fahren, um das Bergdorf Rurukan mit Wasser zu versorgen! Und das Wasser kommt aus der Quelle Kalimpesan in Tomohon, die ebenfalls durch unsere Masarang Foundation gerettet wurde und nun kostenloses Wasser für viele der Menschen in Tomohon zur Verfügung stellt. Ihr könnt euch also nun vorstellen, wie erfreut die Dorfbewohner waren, ganz besonders die Frauen wie Ihr hier sehen könnt, wo sie bemerkten, dass eine neue Quelle durch unsere Aufforstungen entstanden ist.
 
Wir machten also einen Vertrag und innerhalb kürzester Zeit, in weniger als einem Monat, bauten die Dorfbewohner selbst die Pipeline! Wir sind übereingekommen, eine formale Zeremonie abzuhalten, die am 26.Dezember 2011 stattfand. Die Zeremonie für die Quelle bestand aus Gebeten und einer einfachen Dorfmahlzeit, und wurde kombiniert mit der Aushändigung von Stipendien für arme Familien. Die Stipendiaten pflanzten dann mit uns zusammen auf einem sehr steilen Hang Zuckerplamen und andere nützliche Bäume.
 
Die Zeremonie begann bei sehr schönem Wetter und einem atemberaubenden Blick über den Tondano-See mit unserem Berg Masarang im Hintergrund, und mit einer Gruppe von winzig kleinen aber definitiv talentierten traditionellen Kriegern! ;-) Nachdem die jungen Krieger ihren Willkommenstanz gezeigt hatten, der meinen Schulfreunden, die mich in Tomohon besuchten, zusammen mit einer großen Anzahl von Volontären von Tasikoki sehr gefallen hat, wurde die Predigt gehalten, gefolgt von einer Anzahl von formellen Ansprachen, wie es der Brauch in Indonesien ist. Mrs. Pongo, die Anführerin der Frauen, begann. Dann brachten 2 Bauern mit kleinen handgeschnitzten Ukulelen einen eigens für Masarang komponierten und geschriebenen Song mit großer Leidenschaft dar. Viele der Einheimischen mussten sich dabei Tränen aus den Augen wischen... Nun war es an der Zeit, die Umschläge mit dem Geld für die vielen Stipendien an die armen Studenten/Schulkinder auszuhändigen.
 
Dann kamen die Reden, einschließlich meiner, und dann war schlussendlich der Augenblick gekommen, in dem die Wasserleitung geöffnet wurde und nach ein paar Schwappern mit Luftblasen, begann das Wasser zu fließen. Ich trank etwas davon und es schmeckte sehr gut! Das Lächeln auf den Gesichtern… schwer zu beschreiben! Dann gaben die Bauern an Masarang ein Zertifikat, mit dem sie ihren Dank ausdrückten und gaben bekannt, dass sie nun zur biologischen, nachhaltigen Landwirtschaft wechseln und uns helfen, die Tiere zu schützen, die wir von Tasikoki in den Masarang Wald freilassen. Wunderbar! Ich war so davon gerührt, wie viel diese Dorfbewohner über die Umwelt gelernt hatten und wie sehr sie unsere Bemühungen wertschätzten, mit denen wir das Leben, die Wälder und die Quellen wieder zurückbringen!
 
Dann war es an der Zeit, sich unter die Leute zu mischen und etwas Mais, Kassava und Erdnüsse zu essen. Bilder von den kleinen Kriegern [wurden gemacht], dann trugen wir die Setzlinge der Zuckerpalmen den Berg hinauf zu dem steilen Hang, den wir bepflanzen wollten. Regen! Viel Regen! Aber jeder kletterte den schlüpfrigen Pfad hinauf und pflanzte die Bäume! Es war viel Spaß und dann trennten wir uns in mehrere Gruppen auf, die auf verschiedenen Wegen zurück zur Straße gingen. Es war ein sehr guter Tag. Dank der Spenden der Menschen in den Niederlanden für die Stipendien und die Zuckerpalmen-setzlinge und mit großer Anstrengung der Menschen von Tomohon selbst konnten wir alle auf einen weiteren positiven Schritt in Richtung einer besseren Umwelt und Zukunft für diese Menschen schauen! Die Natur retten, indem man die Menschen vor Ort unterstützt. Es funktioniert!
04-02-2012

    

Weitere Bilder aus Rurukan sehen Sie hier auf der niederländischen Seite von Masarang International