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Tasikoki's wunderbare Volontäre

09.10.2015
Ein sehr guter, lustiger aber auch realistischer Bericht einer amerikanischen Volontärin in Tasikoki, nach dem Motto: "Wir können die Welt verändern, Schritt für Schritt, auch wenn man nur anfängt Dreck weg zu schaufeln!!" Weiterlesen...
 

Die Unordnung in der Welt beseitigen, eine Schaufel voll nach der anderen

(Cleaning up the World's Mess, One Shovel at a Time)

Wenn man mich vor ein paar Monaten gefragt hätte, hätte ich geantwortet „Du kannst mir gar nicht soviel bezahlen, damit ich Bärendreck schaufle“. Und heute wundere ich mich, warum ich dafür bezahlt habe, Hinterlassenschaften von Bären, Affen und Vögeln wegzuputzen!!

„Volunteering“ hier am Tasikoki Wildtier-Rettungszentrum auf Nord-Sulawesi, Indonesien, kostet Geld. Dieses Geld ist als Bezahlung für Unterbringung, Essen und natürlich als Spende gedacht, um den Tieren zu helfen, die man so verzweifelt versucht wieder in die Natur auszuwildern.

In meiner ersten Nacht war ich sicher, dass ich einen Fehler gemacht hatte; im Badezimmer gab es eine Spinne so groß wie mein Handteller (die ich nicht töten durfte, denn die Tierfreunde lieben auch Insekten); mir wurde mitgeteilt, dass ich um 5:45 Uhr in der Früh aufstehen muss, um 8 Stunden Bärendreck zu schaufeln, die Algen aus den Betonteichen zu schrubben und um alle Affengehege auszumisten. Unsere gesamte Unterhaltung beim Abendessen bestand darin, dass wir traurig über die Not der Tiere redeten; und mir wurde auch gesagt, dass es kein Fleisch zum Essen gibt, denn wenn man Tiere liebt, isst man sie auch nicht.

Ich ging zurück zu meinem Zimmer und meinte zu einer meiner Zimmergenossinnen, “Ich denke, dieser Ort ist viel zu “hippie” für mich!” Ich hatte damals keine Ahnung, dass ich in nur 2 Wochen einige ganz tolle Freunde finden würde, mehr lachen würde, als ich in einer ganzen langen Zeit gelacht habe, jede arbeitsreiche Aufgabe genießen würde (naja so ungefähr jedenfalls), und mich leidenschaftlich für die Rettung der Wildtiere unserer Welt und der Ökosysteme interessieren würde. Ich hatte nie geglaubt, dass mir das passieren kann, aber so war es.

Als meine Eltern mich fragten, was ich denn so in Tasikoki arbeite, erzählte ich ihnen spaßend “Am morgen füttere ich den Tieren Papayas und am Nachmittag putze ich die Papaya-Hinterlassenschaften wieder weg”, aber das fasst so ziemlich das Ganze zusammen. Ich arbeitete 6 Tage die Woche, 8 Stunden am Tag, Füttern, Saubermachen, Schrubben, und Äste rupfen als Fressen für die Tiere.

Ich wurde dreckig, verschwitzt, bedeckt von Substanzen, an die ich nicht mal denken möchte, und ich wurde von mehr Insekten gebissen, als ich zählen kann (jedesmal wenn ich nachschaue ist es entweder ein Moskito der mein Blut saugt oder eine Ameise, die ihren Kopf in meinen Fuß bohrt, oder bei einigen Gelegenheiten Party in meinen Hosen macht). Ich sagte auch am Anfang zu meinen Eltern, „Ich bin mir nicht sicher, ob ich Tiere genug liebe, um all das mit zu machen“, aber ich bin noch nie vor ein bisschen harter Arbeit zurück geschreckt, so machte ich also weiter mit meinen Verpflichtungen.

Schließlich verliebte ich mich in die beiden Orang-Utans Is und Bento, die die Angewohnheit hatten, durch ihren Käfig hindurch auf mich herunter zu urinieren, jedesmal, wenn ich vorbeiging; die Malayenbären BinBin und BonBon, die die ekligsten Hinterlassenschaften hatten, Betty, der lärmige Siamang, die immer nach einem Männchen schrie, und die anderen 30 Primaten und Hunderte von Vögeln, die am Zentrum sind. Ich begann zu verstehen, dass mein Geld und meine harte Arbeit diesen Tieren dazu verhelfen, ein besseres Leben zu haben, und hoffentlich mit meiner und zukünftigen Spenden wieder in die indonesische Wildnis zurück gebracht werden können. Ich habe vermutlich mehr geklagt als irgendein anderer Volontär, den Tasikoki jemals hatte, ich gebe das zu, aber zumindest habe ich alle zum Lachen gebracht.

In meiner amerikanischen (Wohlstands-)Blase, vergesse ich oft, dass die Welt auf so viele Arten leidet, oder dass es wirklich Menschen gibt, die gewillt sind dafür zu kämpfen. Willie Smits, der Mann, der Tasikoki gründete, ist ein inspirierender Mann, der sein Leben der Rettung der Welt gewidmet hat. Als er sah, dass das Problem beim Wildtierschmuggel nicht die Schuld des armen Mannes ist, der nur seine Familie ernähren will, kreierte er eine Lösung, die, bis ich seine Fabrik besuchte und sah wie sie funktioniert, jenseits meines eindimensionalen Denkens lag. Er kaufte Land auf Nord-Sulawesi, pflanzte Palmen an (die, wenn sie zweimal täglich gezapft werden, Gallonen von Saft jeden Tag produzieren, der dann zu Palmzucker oder auch zu Ethanol umgewandelt werden kann, das für Elektrizität in ihren Häusern verwendet werden kann), und beobachtete, dass Menschen den Wald um ihre Feldfrüchte herum bewachten. Nun floriert diese Gegend nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch. Falls Ihr Zeit habt, seinen Vortrag anzuhören (tapergy.com), er ist wirklich eine Inspiration!!!

Ich schlage vor, dass jeder bei Willie’s Plan, die Welt zu retten, mitmacht, egal ob man den Palmzucker kauft (der zudem einige erstaunliche gesundheitliche Vorteile hat im Vergleich zum weißen Zucker), oder Futter oder Geld für Tasikoki spendet oder sich einfach nur informiert, was man tun kann.

Wir können die Welt verändern, Schritt für Schritt, auch wenn man nur anfängt Dreck weg zu schaufeln!!
 
(Englischer Originaltext: http://www.tasikoki.org/index.php?option=com_content&view=article&id=43:cleaning-up-the-worlds-mess-one-shovel-at-a-time-by-caitlin-goos&catid=2:tasikoki-news )

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