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Esther Klinkum (Masarang International) besucht die Projekte von Masarang in Indonesien

18.05.2014
Lesen Sie hier den Bericht von Esther Klinkum, ehrenamtliche Helferin von Masarang International in Holland, die im Februar 2014 in Indonesien war.
 
Masarang International versucht regelmäßig die Projekte in Indonesien zu besuchen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die verschiedenen Bereiche entwickeln. Indonesiens Kultur ist mit der der „westlichen, europäischen Welt“ nicht vergleichbar und deshalb ist es natürlich wichtig und interessant, welche Fortschritte gemacht werden. Der Vorstand von Masarang bezahlt diese Reisen aus der eigenen Tasche, so wird gewährleistet, dass Spendengelder direkt an die diversen Projekte gehen.

Im Februar und März diesen Jahres reiste ich (Esther Klinkum) nach West-Kalimantan und Sulawesi. West Kalimantan war für mich die erste Erfahrung, deshalb war ich sehr neugierig, welche Menschen ich treffen würde und wie die Natur dort aussieht. Zur Zeit haben wir dort Projekte zur Aufforstung und zum Schutz von ursprünglichem Wald, wo wir neue Zuckerpalmen anpflanzen und bereits bestehende Palmen dafür verwenden, den Einwohnern beizubringen, wie die Palmen „angezapft“ werden und wie man die vielen Produkte, die daraus entstehen, weiterverarbeiten kann.

Wir hoffen mit diesem Projekt den Einheimischen neue Einkommensquellen zu schaffen, und es ihnen zu ermöglichen, im und mit ihrem Regenwald zu leben. Weiters helfen wir ihnen beim Erfassen ihres Landes, damit es nicht so leicht passieren kann, dass ihnen Land von der Palmölindustrie illegal weggenommen wird. Ich bin schon sehr neugierig darauf, das alles zu sehen....

 

Links eine Baumschule mit 24,000 Zuckerpalmen im Dorf Ensaid Panjang, rechts Riyanto, der lokale Mitarbeiter, der für diese Baumschule verantwortlich ist.

Als erstes besuche ich die Gärtnereien wo die Samen der Zuckerpalmen gepflanzt werden, damit wir sie später, wenn sie groß und kräftig genug sind, weggeben können. Den Einwohnern von Sintang und der Umgebung wird in verschiedenen Präsentationen vermittelt, wie die der Wachstumsprozess der Palm-Setzlinge verläuft und unter welchen Voraussetzungen sie die Setzlinge erhalten werden.

Die Baumschulen sind großenteils in gutem Zustand gemessen an den primitiven Arbeitsumständen die dort vorherrschen. Die Setzlinge wachsen hier nicht so rasch wie in Sulawesi, weil in manchen Teilen Sulawesis die Setzlinge auf vulkanischer Erde wachsen, die eine hervorragende Basis für alles was blüht und wächst darstellt. In West-Kalimantan arbeiten wir mit Kompost und pflanzen die Zuckerpalmen mit anderen Pflanzen, um das Wachstum der Setzlinge zu fördern.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass die Menschen in West-Kalimantan weniger Kenntnisse über die Zuckerpalme haben als Menschen in Sulawesi, wo sie die Zuckerpalme traditionell nutzen und viel Wissen vorhanden ist. Das ist der Grund, warum Masarang „Meister Tapper“ nach West-Kalimantan schickt. Dennoch dauert es wesentlich länger, den Menschen hier in West-Kalimantan all das Wissen zu vermitteln, als ich gedacht hatte. Sowohl die Kultur der Dayak als auch die Straßenverhältnisse erfordern sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Wir machen sehr oft gute Pläne für West-Kalimantan, aber wir rechnen diese beiden Aspekte selten mit ein. Bei einem meiner Reisen zu den verschiedenen Dörfern kam ich auch zu dem Dorf Tembak. Das bedeutet drei oder vier Stunden auf einer rumpeligen Straße auf einem Motorrad. Ich hatte Glück, denn es war seit einiger Zeit trocken, denn wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich das Motorrad öfters aus dem Schlamm ziehen müssen!

 

Links die Lastwagen mit den Palmölfrüchten fahren hin und her zwischen den Palmöl-Plantagen, es ist offensichtlich, dass dies eine große Industrie ist! Rechts ein Stück von „slash and burn“ Wald, der in eine weitere Palmöl-Plantage umgewandelt wird.

Bei dieser Reise fahre ich meilenweit an Palmöl-Plantagen entlang, was fürchterlich ist, wenn man weiß, dass diese Umgebung hier komplett von Pestiziden und Düngemitteln zerstört ist. Manchmal siehst du abgebrannte Flecken, die für weitere und immer mehr Plantagen genutzt werden. Es ist so ein schreckliches Zeichen! Tembak liegt an der Grenze zu einer der Plantagen und dem „reinen“ Saran Forest. Die Dayaks, die hier leben, wollen weiterhin in diesem ursprünglichem Wald leben, und sie haben auch das Wissen, wie man diesen vielfältigen Wald nutzen kann.

Zur Zeit unterstützen wir die Dayaks mit einer Zuckerpalmen Aufzucht und beim Bau einer Anlage, die die Nüsse des Tengkawang Baumes zu nachhaltigem Öl verarbeiten kann. Des weiteren gibt es eine Station, wo medizinische Pflanzen angebaut werden um das Wissen um diese Pflanzen zu erweitern und zu verfestigen. Das Gebiet um den Saran Forest wird von uns genau aufgezeichnet, um dieses Stück Borneo vor der Palmöl-Industrie zu schützen. Mit der Ernte der Zuckerpalmen und der Produkte der Tengkawang Nüsse hoffen wir, zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, die es den Menschen ermöglichen, weiter in deren Wald zu leben und ihn zu schützen.

Wenn ich wieder in den Niederlanden bin, werde ich weiter viel Einsatz dafür leisten, die Menschen in Europa darauf aufmerksam zu machen, welche zerstörerischen Konsequenzen die Palmöl-Plantagen für die Zukunft der ansässigen Menschen haben, gar nicht davon zu sprechen, unter welchen schändlichen Umständen den Menschen dort deren eigenes Land weggenommen wird. Diese Wälder sind die Lungen dieser unserer Welt, und wir versuchen diese bis zum Letzten auszupressen...

Nach West Kalimantan reise ich weiter nach Sulawesi, in unser „Animal Rescue Centre Tasikoki“. Hier habe ich meinen Enthusiasmus für die Arbeit von Masarang entwickelt und es ist großartig, wieder hier zu sein! Ich möchte allen Menschen, die jemals hier waren sagen, dass sich hier einiges weiterentwickelt hat. Sowohl für den Komfort und die Unterstützung der Volontäre als auch für die Tiere. Es sind bessere und mehr Käfige hier, es gibt bessere Straßen und es gibt mehr Plätze für das Kompostieren. Und es sind Tiere in ihre natürliche Umgebung ausgewildert worden, oder andere zu Plätzen gebracht worden, wo es ihnen besser geht. Aber es gibt auch eine Menge neuer Tiere, inklusive den stark gefährdeten Sulawesi-Makaken. Man wird in einer Tierrettungsstation nie fertig, aber mein großes Kompliment geht an die ständigen Mitarbeiter hier, die 365 Tage im Jahr arbeiten!

Natürlich besuche ich auch das Büro von Masarang Indonesien, um zu sehen, was mit dem Geld geschieht, das von Masarang International kommt, und in welche verschiedenen Projekte es in Kalimantan und Sulawesi investiert wird. Natürlich, sobald ich das Büro betrete, fällt der Strom aus, etwas, das andauernd passiert in Indonesien. So können wir nicht am Computer sitzen und arbeiten, aber wir können uns ein paar Ordner durchsehen, und ich bin froh, dass alles in bester Ordnung ist.

 

Links Zusammen mit Ranger Sonny vor dem Masarang-Büro, rechts Dirk-Jan probiert Zuckerpalmensaft

Weiter ging es gemeinsam mit Ranger Sonny und dem Angestellten Dirk Jan zum Pullisan Wald. 2002 hat Masarang diesen unfruchtbaren Bereich gekauft und Bäume gepflanzt. Wunderbar zu sehen, wie der Wald hier wieder wächst in kürzester Zeit. Wir werden später auf unserer Website darüber berichten, wie es mit diesem Wald weitergeht. Klar, Sonny lässt uns auch den köstlichen Saft der Zuckerpalme kosten, die auch in diesem Wald gedeihen.

Es war schön, all die Menschen wiederzusehen, die für Masarang Indonesia arbeiten, da wir sonst ja nur aus großer Distanz Kontakt haben. Das macht es ein bisschen einfacher in Zukunft, mit ihnen zusammenzuarbeiten und zu kommunizieren, Informationen über die verschiedenen Projekte zu erhalten, die wir dann an unsere Spender und Webseiten-Besucher weitergeben.

Da ich jetzt alles mit eigenen Augen gesehen habe, ist es natürlich leichter zu beschreiben, mit welchen Herausforderungen wir hier konfrontiert sind in Indonesien und ich betrachte es auch aus einem anderen Blickwinkel, wie man mit den Menschen hier zusammenarbeiten muss, wenn man die Kultur hier respektvoll behandeln will.

Das heißt auf lange Sicht, dass die Menschen hier unterstützt werden, aber eben langfristig selbstständig Dinge erarbeiten, immer mit Unterstützung von uns. Das ist der Weg wie es vorangehen soll.

Ich bin so dankbar, dass es möglich war, diese Reise für Masarang zu machen. Ich habe einen anderen Teil der Welt mit völlig anderen Augen gesehen.

Esther Klinkum

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