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Ein kleines Stück Wald für die Schopf-Makaken in Tasikoki

27.05.2015
Die ersten Schwarzschopf-Makaken (Macaca nigra) aus der Freilassungsgruppe in Tasikoki durften in das neue 3000 Quadratmeter große Waldgehege einziehen - ihr kleines, vorläufiges Paradies, bis sie endgültig ausgewildert werden können. 
 
Wie früher berichtet, hat das Team in Tasikoki in den letzten Monaten und Jahren viele der aus schlimmen Einzelhaltungen konfiszierten Makaken geduldig und mit viel Sachverstand in eine große Freilassungsgruppe zusammengeführt. Im Großgehege konnten sie lernen, was es bedeutet, mit Artgenossen zusammen zu leben, normal zu klettern und auch sich fortzupflanzen.


Freilassungsgruppe im Großgehege

Diese Gruppe ist dafür vorgesehen, dass sie wieder in die Freiheit entlassen wird, sobald ein geeignetes Gebiet gefunden, vorbereitet und endlich von den Behörden genehmigt ist.

Als weiteren Schritt im Rehabilitations- und Auswilderungsprogramm, müssen die Makaken nun lernen, sich selbstständig von den im Wald vorkommenden Früchten und Blättern zu ernähren.

Tasikoki hat mit Hilfe von Volontären ein 3000 Quadratmeter großes Areal auf dem Gelände der Rettungsstation für die Einzäunung vorbereitet. Dafür musste rund um das gesamte Areal eine ca. 2 Meter breite Schneise gezogen werden, damit die Makaken nicht von einem Baum im Gehege auf einen Baum außerhalb entkommen können. Die dabei entfernten Bäume und Zweige dienten den Makaken, den Orang-Utans Bento und Is, den Vögeln in der Großvoliere und den beiden Malaien-Bären BinBin und BonBon als willkommene Aufwertung (Enrichment) ihrer Gehege.

Dank vieler Spender konnte schließlich das Material für die Einzäunung bestellt und mit dem Bau begonnen werden. Eine längere Verzögerung gab es, weil nach einem Brand im Stromnetz von Tasikoki kein Strom vorhanden war, der Elektriker nicht kam und der lokale Schweißer somit nicht beginnen konnte. Als der Strom wieder da war, hatte der Schweißer keine Zeit.

Von der Planung des Geheges durch Simon Purser bis zur Fertigstellung sind nun 2 Jahre vergangen – leider ein üblicher Zeitrahmen für indonesische Projekte. Es heißt also immer wieder Geduld haben, bei Spendern, dem Team und den Tieren.


Planungszeichnung

Am 15.Mai 2015 war es dann nach langem Warten endlich soweit: Einige glückliche Affen konnten zum ersten Mal seit sie aus der Wildnis gestohlen wurden in wirklichen Bäumen schlafen. Die Affen haben nun Zugang zu einem sekundären Wald, der von einem 250 Meter langen und sehr hohen Zaun umschlossen ist.

Mit Hilfe dieses Areals kann Tasikoki die Freilassungsgruppe noch weiter vergrößern, was ihre Überlebenschancen später in der Wildnis erhöhen wird. Bis die Regierung vor Ort eine Entscheidung über das endgültige Freilassungsareal fällt, können sich die Makaken in diesem Gehege auf eine natürliche Situation im Wald vorbereiten.

[Anmerkung: Die folgenden Bilder und Bildtexte wurden der Facebookseite von Tasikoki Wildlife entnommen und übersetzt. Hier können Sie sich immer auf den neuesten Stand bringen, was in Tasikoki gerade geschieht.]

Als Erste durften einige der Weibchen und Jungtiere das Gehege erkunden. Dann erst kommen die Männchen hinzu.


Die Freilassungsgruppe der Schopfmakaken untersucht den Transfer-Tunnel in das neue Waldgehege
 

Die Gruppe weiß gar nicht, wohin sie sich zuerst zur Nahrungssuche wenden soll
 

Teten und Gipsy sind schon im Waldgehege, unterhalten sich aber immer noch mit den Männchen nebenan, die leider noch ein paar Tage warten müssen, bevor sie hinein dürfen.
 

Gipsy fragt sich, auf welchen Baum sie wohl zuerst klettern soll.



Karlotta und Kim(berly) suchen nach leckeren Insekten und Blättern


Teten schaut zurück ins alte Gehege, bevor er sich in den Wald davon macht. Am oberen Rand des Bildes kann man gut die Aluminiumblech-Begrenzung erkennen, der teuerste und am schwierigsten zu besorgende Teil des Waldgeheges.


Es ist Zeit für die Fellpflege von Sungokong – Gipsy übernimmt es.
 
Sungokong’s Geschichte:

Sungokong ist ein männlicher Makak, der am 02. Mai 2014 aus einem Leben als Haustier gerettet wurde. Für seine Besitzer in Girian wurde er mit seinen mittlerweile mehr als 5 Jahren zu stark, um noch herumgetragen zu werden. Sie entschieden, dass es das Beste sei, ihn an Tasikoki zur Pflege zu geben. Abgesehen davon, dass er nach 4 Jahren als Haustier etwas zu pummelig für einen Makaken ist, ist er sehr gesund. Das einzige Problem war, dass er kein Wasser trinken wollte, weil er zuckerhaltige Getränke gewohnt war.

In der Quarantäne in Tasikoki hat man ihn an einen anderen Speiseplan und an eine andere Umgebung gewöhnt, damit er wieder weiß, dass er ein Makak ist und auch wieder mit anderen Affen zusammen leben kann.

Da er in der Freilassungsgruppe gut angenommen wurde, durfte er auch mit in das Waldgehege umziehen.

Sungokong ist manchmal ein frecher, selbstbezogener kleiner Kerl, ohne aber aggressiv zu sein. Deshalb ist es für ihn schwierig, sich in der Gruppe zurecht zu finden. Bis er gelernt hat, wie man sich in Makaken-Kreisen zu verhalten hat, zeigen ihm die anderen, dass er den untersten Rang in der Hierarchie innehat.
 

Uyot und Briko halten am Pool Ausschau nach dem Rest der Gruppe, während Kim(berly) im Hintergrund nach Nahrung sucht.

Briko’s Geschichte:

Dieser vorwitzige, kleine Makak namens Briko wurde illegal als Haustier gehalten. Nachdem die Organisation Selamatkan Yaki, davon erfuhr, haben sie sofort Tasikoki informiert. Am 30. Mai 2014 wurde Briko konfisziert und kam zu den anderen Makaken in der Quarantäne-Station, die in den vorangegangenen Monaten konfisziert wurden.

Da es nicht bekannt ist, aus welchem Gebiet er genau stammt, kann er nicht einfach alleine wieder irgendwo in die Wildnis freigelassen werden.


 
Sungokong, Uyot und Briko versammeln sich zur Pool-Party! Alle 3 waren unheimlich aufgeregt, als sich das Wasser über den künstlichen Wasserfall ergoss.
Ein entsprechendes Video ist auf der Facebookseite von Tasikoki Wildlife einzusehen.
 


Kim in den Bäumen
 


Ein schattiger Platz zur Nahrungssuche im Waldgehege



Gipsy beruhigt den kleinen Waisen Uyot, der sehr nervös auf die neue Umgebung reagiert.  

Uyot’s Geschichte:

Uyot wurde als Baby konfisziert und musste einige Wochen sehr intensiv durch Angela in Tasikoki betreut werden. Dies bedeutete u.a.: alle 2 Stunden nächtliche Fütterungen, morgendliche Spaziergänge um 4 Uhr Früh und pantomimisches Essen von Spinnen und Insekten, damit Uyot die Makaken-Basics erlernt.

In der Freilassungsgruppe wurde er recht schnell von anderen Makaken-Weibchen adoptiert. Trotzdem wird ihn sein früher Verlust auch die nächste Zeit prägen.
 

Karlotta findet eine Kokosnuss. Insgesamt wurden im Waldgehege 7 Kokosnusspalmen für die Makaken gepflanzt, auf die sie klettern und sich davon ernähren können.



Kim und Briko untersuchen Wasserfall und Pool. Viele Menschen, die sich mit Schopf-Makaken (Macaca nigra) auskennen, sagen, dass Kim‘s Haarpracht wirklich etwas ganz Besonderes ist. Dieses Foto wird dem Ganzen leider nicht einmal annähernd gerecht >[8-: )
 
Kimberly’s Geschichte:

Kim(berly) wurde am 23. Dezember 2014 konfisziert. Als ihre Mutter dem Bushmeat-Handel zum Opfer fiel, war sie noch ein Baby und wurde von einer Familie in Manado gerettet. Während der letzten 7 Jahre hat sich diese Familie liebevoll um sie gekümmert.

Dann erkannten sie, dass Makaken nicht als Haustiere gehalten werden sollen, und dass sie den Kontakt und die soziale Anbindung an Ihresgleichen brauchen. Ihre Familie hat Tasikoki kontaktiert und Kimberly zusammen mit einer Spende übergeben, damit die Kosten für ihre Rettung und die Quarantäne-Untersuchungen gedeckt sind. Kim ist ganz gesund und war auch bald in der Lage, zum ersten Mal seit sie ihre Mutter verlor, andere Makaken kennen zu lernen.

Da alles gut ging mit ihrer Integration in die Freilassungsgruppe, ist sie eine der Ersten im neuen Waldgehege und mausert sich zum Macaca nigra Superstar!
 



Der Bambuswald ist Teil des Waldgeheges und bietet zusätzliche Gelegenheiten nach Nahrung zu suchen.



Jet Lean ist fleißig dabei, die anderen zu putzen und zu kraulen.

Schlussbemerkung und Aussicht

Tasikoki ist dabei, noch mehr Affen in die Freilassungsgruppe zu integrieren. Es wird ein paar weitere Wochen dauern, bis alle im Waldgehege sind. Im Moment sind es 18 Makaken und weitere 12 Makaken kommen noch dazu. Ein paar davon sind ausgesprochene „Trouble Maker“. Die großen, starken Makaken kommen zuletzt.

Danach wird Tasikoki die alten Gehege renovieren, damit andere Makaken darin untergebracht werden können, die jetzt in kleineren Gehegen leben.

Viele Volontäre, die in Tasikoki mitgeholfen haben, werden erleichtert aufatmen. Nun müssen für die Makaken der Freilassungsgruppe keine Enrichment Päckchen mehr gebastelt werden. Dies bedeutet, es ist mehr Zeit zur Verfügung, um andere Projekte in Angriff zu nehmen.

Ein großer Dank geht wie immer an all die Volontäre, die mit ihrer Hände Arbeit, ihrem Volontärsbeitrag und ihren zusätzlichen Spenden dieses Waldgehege erst möglich machten. Und natürlich auch an alle anderen Sponsoren von Masarang ein herzliches Dankeschön für das Vertrauen, das sie in Masarang und Tasikoki gesetzt haben und setzen.

Bald gibt es allerdings wieder einen Spendenaufruf, damit die Lebensbedingungen der Gruppen von Macaca maura, Macaca Heckii und Macaca tonkeana verbessert werden.

Wer in Tasikoki mithelfen will und evt. sogar Elektriker- oder Schweißer-Fähigkeiten hat, ist jederzeit herzlich willkommen.
Helfen Sie jetzt!
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